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Der Faszination der östlichen Stadt Italiens zu widerstehen ist so gut wie unmöglich. Das Entdecken der Bollwerke bringt mit sich, dass es einem erscheint als ob man das demütige Getrampel auf den gepflasterten Straßen hört, welches von den Granitkugeln des Sarazenischen Bombardements begleitet wird. Das intakte Ambiente lässt die Geschichte spüren, die die Zeit überdauert hat. Alles zusammen bildet einen Kreuzweg aus Kultur und Kunst, welcher ein Zeichen des Wohlstandes und zugleich der Dramen von Otranto darstellt.
Ein Besuch Otrantos gleicht einem Eintauchen in die Geschichte des Mittelmeeres: Hier kann man die Buchten und hochgeschätzten Städtchen genießen, hier kann man die Terrassengärten bewundern, die von den Türken als Eden bezeichnet wurden und den Originalmythos in den Farbmosaiken der Kathedrale lesen.
Von Salento wurde die Stadt für viele Jahrhunderte als politisches, kulturelles und kommerzielles Zentrum geführt, durch Hydruntum wurde es byzantinisch und gotisch und danach wurde es von den Schwaben, Anjou und Aragonier geleitet. Die türkische Invasion 1480 artete in blutige Kämpfe und Dramen aus welche am Ende von der heldenhaften Standhaftigkeit der Bewohner berichtet, welche ihren christlichen Glauben nicht verleugnen wollten. Die sterblichen Überreste der 800 Märtyrer sind außerordentliche Zeitzeugen und befinden sich in den Apsiden des rechten Kirchenschiffes der Kathedrale. Heute ist der arabische Einfluss in den Straßen, an den Palazzi und in der Kunst deutlich, während Griechenland, durch den vom Sonnenuntergang geküssten Kanal von Otranto, nur drei Stunden über das Meer entfernt liegt. Hier ist die Natur verschwenderisch: Im Süden zeigen sich Vorgebirge und versteckte Schluchten, Grotten und Meereshöhlen, welche von den Reisen des Äneas (Badisco) berichten. Im Norden hingegen finden sich Sanddünen mitten (Buschwäldern), reich an speziellen Tier- und Pflanzenarten rund um die Seelandschaft von Alimini.
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